Deutsch

Deutsch

Naturschützer bangen um Bäche

Kleine Bäche sind eine sprudelnde Freude für Spaziergänger, Naturfreunde und Fischer. Und selbstverständlich sind sie Lebensraum für unzählige kleinere und grössere Lebewesen wie Bachflohkrebse, Bachforellen oder Wasserfrösche. Sofern sie denn einigermassen sauber sind. Eine Studie des Bundesamts für Umwelt kam kürzlich zum Schluss, dass kleine Fliessgewässer in der ganzen Schweiz mit einer Vielzahl von Herbiziden, Fungiziden und Insektiziden belastet sind.

Nicht nur Bienen sind in ihrer Existenz bedroht, sondern alle Insekten

Bereits im Jahr 1962 wurde von Rachel Carson der stumme Frühling vorhergesagt, wenn die Industrialisierung der Landwirtschaft und die Nutzung von Chemikalien auf den Äckern fortschreiten: Ein Frühling ohne das vertraute Summen von Bienen, Hummeln, Fliegen, Käfern und anderen Insekten. Dieses Szenario droht nun Wirklichkeit zu werden, wenn wir nicht sofort handeln.

Dem Maikäfer geht es „erbärmlich“

Maikäfer (Melolontha) fliegen noch – aber auch in Brandenburg immer seltener. Naturschützer warnen: Geht der Bestand der nützlichen Käfer weiter zurück, sind viele Vögel vom Hungertod bedroht. Aber nicht nur als Vogelfutter braucht die Natur den Maikäfer. Die meisten Menschen kennen den Käfer mit den harten brauen Flügeln höchstens noch aus Wilhelm Buschs „Max und Moritz“ oder als Sumsemann in „Peterchens Mondfahrt“. An Massenvorkommen des Maikäfers kann sich vielerorts nur noch die heutige Großelterngeneration erinnern.

Insektensterben und die Folgen

Die Folgen des Insektensterbens sind schon heute zu spüren. Ein europäisches Forschungsprojekt zeigt, dass viele Wildblumenarten vom Aussterben bedroht sind. Denn fast 90 Prozent der Wildblumen sind von der Bestäubung durch Insekten abhängig. Weltweit könnten sich 75 Prozent unserer Nutzpflanzen ohne Bestäubung durch Insekten nicht fortpflanzen. Ohne Insekten fehlt zudem ein wichtiger Bestandteil der Nahrungskette für Fische und Vögel.

Gartenvögel auf dem Rückzug in Münster

Drastischer Rückgang der Gartenvögel. Die jüngste Gartenvogelzählung, die der Naturschutzbund ( Nabu) am Wochenende mit vielen Freiwilligen durchführte in Münster, brachte jede Menge Minuspunkte. Gegenüber dem Vorjahr weisen die populärsten Gartenvögel teils drastische Rückgänge aus. Der Haussperling (Passer domesticus) – minus 47 Prozent. Die Kohlmeise (Parus major) – minus 10 Prozent. Die Dohle (Corvus monedula) – minus 44 Prozent.

Artenschwund überschreitet planetare Grenze

Ernüchternde Bilanz: Ein Großteil der irdischen Ökosysteme hat seine Belastungsgrenze bereits überschritten. Auf 58 Prozent der Landflächen ist der Artenschwund so groß, dass die planetare Grenze der Biodiversität erreicht ist, wie Forscher berichten. Das bedeutet, dass die betroffenen Ökosysteme für uns wichtige Funktionen und Dienstleistungen kaum noch erbringen können. Die Menschheit spiele "ökologisches Roulette", so die Forscher im Fachmagazin "Science".

Artenschwund: Die Grenze ist überschritten

Viele Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht oder sind bereits verloren. Zu viele, meint eine neue britische Studie: Auf 58 Prozent der Erdoberfläche sei die Artenvielfalt gefährlich reduziert. Man geht davon aus, dass die Natur 10 Prozent weniger Tier- und Pflanzenarten gerade noch verkraften könne – das sei eine „sichere Grenze“, sagt der britische Biowissenschaftler Tim Newbold.

Schmetterlingssterben in Deutschland setzt sich fort

Immer mehr Schmetterlingsarten in Deutschland sterben einer Studie zufolge aus. Aktuell gelten 53 Arten als verloren, 106 sind demnach vom Aussterben gefährdet, wie aus der für die Grünen-Bundestagsfraktion erstellten Untersuchung hervorgeht, die der Nachrichtenagentur AFP am Freitag vorlag. Bundesweit vom Aussterben bedroht ist demnach etwa der Eschen-Scheckenfalter, auch Maivogel oder Kleiner Maivogel genannt. Bei den Tagfaltern sind dem Papier zufolge bundesweit 41,5 Prozent der bekannten 184 Arten bereits ausgestorben oder bestandsgefährdet.

Stichproben in kleinen Gewässern am Bodensee haben eine alarmierende Artenarmut ergeben

Damit hatte niemand gerechnet: Die Artenvielfalt in kleineren Gewässern am Bodensee scheint sehr gering zu sein. Irmtraud Schuster, die Umweltdezernentin des Landratsamtes Bodenseekreis, räumt ein, dass die Ergebnisse erster Prüfungen sie schon alarmiert hätten. Doch habe das Institut für Seenforschung nur Stichproben gezogen und lediglich – den allerdings wichtigen – Bereich der wirbellosen bodenlebenden Tiere untersucht. Ursache könnten Pflanzenschutzmittel sein, die aus dem Obstbau in die Bäche getragen werden.

Schweizweit sind kleinere Fliessgewässer mit Giften verseucht

Sie sind unscheinbar und doch überall vorhanden. Kleine Bäche prägen das Landschaftsbild. Sie machen rund drei Viertel des 64 000 Kilometer grossen Schweizer Gewässernetzes aus. Doch sie sind oft kein guter Lebensraum mehr. Gründe sind Pestizide, die das Wasser für Wassertiere vergiften. Insbesondere am Anfang von Regenphasen gehen die Ausschläge hoch. Aber auch zwischen diesen Höchstwerten gibt es in vielen Bächen der Schweiz nachweislich Rückstände von Pestiziden. Dies zeigt eine Studie, die im Auftrag des Bundesamts für Umwelt realisiert wurde.