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Schwere Zeiten für Schwalben

Eigentlich haben die Mehlschwalben alles richtig gemacht: Als typische Kulturfolger haben sie sich den Menschen angepasst und brüten an deren Häusern unter Dachvorsprüngen statt an eher seltenen Felsstandorten. Doch immer mehr Menschen stören sich am Kot und am Brutgeschehen der Vögel, die eigentlich als Glücks- und Frühlingsboten gelten und entfernen unerlaubterweise die Nester, sobald das Haus neu gestrichen oder umgebaut wird.

Gartenschläfer in Bonn kämpfen um ihr Leben

Der Bestand der Gartenschläfer ist in den vergangenen Jahren drastisch zurückgegangen. Auch in Bonn sind sie noch heimisch. Wissenschaftler untersuchen die Population. In einigen Regionen gelten die Tiere mit der markanten Gesichtszeichnung, die an Zorros Maske erinnert, als ausgestorben. In Europa hat sich der Bestand in den vergangenen 30 Jahren halbiert. Weshalb ist völlig unklar. In Bonn haben sich allerdings wieder einige Gartenschläfer (Eliomys quercinus), die wie Haselmaus und Siebenschläfer zur Gattung der Schlafmaus zählen, angesiedelt.

Jede zweite Schwalbe in Österreich ist verschwunden

Sag mir, wo die Schwalben sind. Vor knapp 20 Jahren brüteten noch doppelt so viele Mehlschwalben (Delichon urbicum, Syn.: Delichon urbica) in Österreich wie heute. Fast jede zweite ist in den vergangenen Jahren einfach verschwunden. 25.000 Mehlschwalben-Paare werden 2018 aus ihren Überwinterungsgebieten in Afrika zum Brüten in Österreich erwartet. Das sind nur noch halb so viele wie vor 20 Jahren, so die Vogelschutzorganisation BirdLife. Der dramatische Rückgang stehe im direkten Zusammenhang mit strukturellen Änderungen in der heimischen Landwirtschaft, so BirdLife.

Dramatischer Schwalbenschwund in Ungarn

Auf dem Land ist ihr Anblick vertraut - Schwalben, die in Scheunen oder unter Dächern nisten. Doch die Vogelart ist bedroht. In Ungarn ist ihr Bestand zwischen 2000 und 2010 um die Hälfte geschrumpft. Zwei Millionen Schwalben fehlen laut einer jüngsten Studie der Ungarischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz. Ein Rückgang mit dramatischen Folgen: Schwalben sind eifrige Insektenfresser, jedes Tier verspeist ein Kilo Insekten pro Jahr.

Schweizer Bäche sind hoch belastet

Beprobte Oberflächengewässer in der Schweiz enthalten über 70 pestizide Wirkstoffe. Wasserversorger fordern den Aktionsplan zur Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln rasch umzusetzen. Insgesamt 145 verschiedene Pflanzenschutzmittelwirkstoffe fanden die Mitarbeiter der Studie „Nationale Beobachtung Oberflächengewässerqualität Spezialuntersuchungen“ (NAWA SPEZ). Dazu beprobten sie von März bis November 2017 fünf kleiner Bäche mit landwirtschaftlich genutzten Einzugsgebieten auf Belastung durch Pflanzenschutzmittel. Die Anzahl nachgewiesener Stoffe pro Standort reichte von 71 bis 89.

Wiesenvögel können kaum geschützt werden in pestizidbelasteten Felder

In dieser Untersuchung wurde bei 24 Viehwirtschaften in der niederländischen Provinz Gelderland (15 konventionelle und 9 ökologischen Betriebe) die Belastung von Kraftfutter, Dünger und Boden mit 685 Pestiziden und antiparasitären Medikamenten untersucht. Insgesamt 116 Pestiziden wurden auf 16 konventionellen Betrieben gefunden und 71 auf 9 ökologischen Betrieben. Keine einzige Probe war frei von Pestiziden.

Pestizide und Tier-Antibiotika in allen Fließgewässern Europas

Untersuchungen von Wasserproben aus 29 kleinen Wasserstraßen in zehn verschiedenen Ländern der Europäischen Union (Belgien, Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Niederlande, Österreich, Polen, Spanien) zeigten erschreckend hohe Rückstände an Pestiziden und Tierarzneimitteln. Gefunden wurde die sagenhafte Menge von 103 Pestiziden und 21 Tierarzneimitteln. Stoffe, denen Tiere in der Umwelt ausgesetzt sind, die gar nicht Ziel der Präparate sind.

Pflanzenschutzmittel vergiften kleine Bäche

Zwei Studien zeigen erneut, dass Gewässer in landwirtschaftlich genutzten Einzugsgebieten stark mit Pflanzenschutzmitteln belastet sind. Die Konzentrationen einzelner Stoffe stellen über Monate hinweg ein Risiko für chronische Schäden der Pflanzen und Tiere im Wasser dar. Vom März bis im Oktober 2017 haben die Eawag und das Oekotoxzentrum Proben aus fünf kleineren Bächen genommen. Wie die Eawag berichtet, wurden die Einzugsgebiete der Bäche dabei jeweils unterschiedlich landwirtschaftlich genutzt. Untersucht wurden die Proben auf Pflanzenschutzmittel. Die Resultate sind besorgniserregend.