Deutsch

Deutsch

Für die Rebhühner ist es fünf vor zwölf

Schnell wird bei der Felderrundfahrt mit Umweltschützern des Waiblinger Landratsamts und der Stadt Fellbach sowie Landwirten klar, dass die Rebhühner (Perdix perdix) auf dem Schmidener Feld selten und im Bestand gefährdet sind. Die Zählung des Tier- und Landschaftsökologen Jürgen Deuschle ist eindeutig. Noch vor 20 Jahren waren 120 Brutpaare rund um Schmiden zu beobachten. Die neueste Zahl ist für alle Freunde der Natur erschreckend: Es gibt auf dem Schmidener Feld nur noch 15 Brutpaare.

Fledermaus-Idyll ist akut bedroht

Fledermaus-Experten in Aufruhr: Die Bestände des Abendseglers, der dem Camp in Havelberg seinen Namen gab, sind dramatisch eingebrochen. Mit lediglich 61 gefundenen und abgefangenen Abendseglern verzeichneten die Experten vom „Arbeitskreis Fledermäuse Sachsen-Anhalt“ im 20. Jahr des Abendsegler-Camps zugleich den Tiefpunkt der Bestandsentwicklung. Im Vorjahr wurden 109 Abendsegler vorgefunden, 2014 waren es 149, im Jahr 2008 sogar noch 249. Der Rekord liegt bei 350 Tieren im Jahr 2011.

Vortrag des Biologen Dr. Bruno Hügel bei der Jahresversammlung des Bezirks-Bienenzuchtvereins Eichstätt

Der Biologe Dr. Bruno Hügel von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt war der Gastredner bei der Jahresversammlung des Bezirks-Bienenzuchtvereins Eichstätt. Hügel ging zunächst auf das im November vergangenen Jahres erschienene Buch des holländischen Toxikologen Dr. Henk Tennekes "A Disaster in the Making" ein. Der Autor legt darin dar, dass der drastische Rückgang zahlreicher Vogelpopulationen mit der Verringerung von Insekten in Zusammenhang stehen dürfte.

Bund bestätigt: Schweizer Biodiversität im Sinkflug

Ein aktueller Bericht des Bundes bestätigt, was unlängst befürchtet wird: Immer mehr Lebensräume, Pflanzen- und Tierarten sind bedroht. Über ein Drittel – weit mehr als in anderen europäischen Ländern – der beobachteten Pflanzen-, Tier- und Pilzarten werden aufgrund der Ergebnisse als bedroht eingestuft. Der häufige Einsatz von Pestiziden im Ackerbau ist verheerend für Insektenpopulationen. Auch in unserem Nachbarland sind die Bestände der Insekten im Sinkflug: In Deutschland ist mancherorts der Fluginsektenbestand seit 1989 um 80 Prozent geschrumpft (naturschutz.ch berichtete).

Vortrag Professor Randolf Menzel über den Einfluss von Pflanzenschutzmitteln auf Bienen am 17. Havixbecker Imkertag

Hochkarätige Referenten erwarteten die Besucher des 17. Havixbecker Imkertages am 19. März 2017. Professor Randolf Menzel, Neurobiologe und Zoologe der Freien Universität Berlin, dürfte nicht nur Imkern bekannt sein. Der Wissenschaftler und Autor erforscht seit Jahrzehnten die Intelligenz der Bienen. Er berichtete über den Einfluss von Pflanzenschutzmitteln auf die Tiere. Einige seiner Thesen:
1. Gewässerbelastung mit dem Neonicotinoid Imidacloprid korreliert mit der Abnahme von Insekten fressenden Vögeln.

TIERSCHÜTZER SCHLAGEN ALARM! MACHEN PESTIZIDE UNSERE VÖGEL KAPUTT?

Mitarbeiter des Naturparks Erzgebirge-Vogtland haben gezählt, dass innerhalb eines Jahres die Brutkolonien der Mauersegler (Apus apus) um 40 Prozent, die der Wintergoldhähnchen (Regulus regulus) um 60 Prozent und die der Mehlschwalben (Delichon urbicum) sogar um 80 Prozent zurückgegangen sind. „Wir wissen nicht, wie es mit dem Vogelbestand weitergeht und wer Schuld ist“, erklärt Naturschützer Michael Künzel.

LIBELLEN Zwei Drittel der mitteleuropäischen Arten sind vom Aussterben bedroht

So erfolgreich die Libellen die letzten Millionen Jahre auch waren: Bei uns in Mitteleuropa sind viele der 80 heimischen Libellenarten selten geworden. Zwei Drittel sind gefährdet, ein Fünftel ist sogar vom Aussterben bedroht. Libellen sind Raubinsekten. In der Luft jagen sie nach Fliegen, Mücken und sogar Libellen kleinerer Arten, um sie dann oft schon im Fluge mit ihren Mundwerkzeugen zu verzehren. Die optimale Orientierung im Luftraum wird möglich durch die beiden, einen großen Teil des Kopfes ausmachenden, aus bis zu 30 000 Einzelaugen zusammengesetzten Komplex- oder Facettenaugen.

Vogelsterben in Norddeutschland immer dramatischer

Die Vogelbestände in Deutschland und Europa sind in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch geschrumpft. Betroffen sind vor allem diejenigen, die in Agrarlandschaften leben, aber auch an der Nordseeküste beobachten Ornithologen seit Langem mit Sorge eine stetige Verkleinerung der Brutvogelbestände – und das nicht nur hierzulande, sondern im gesamten niederländisch-deutsch-dänischen Wattenmeer.

Bundesamt warnt: Agrarwende muss Vögel und Insekten retten

Die Lage für Vögel, Insekten, Pflanzen und ganze Lebensräume in Agrarlandschaften verschlechtert sich einem Bericht des Bundesamts für Naturschutz zufolge dramatisch. „Praktisch alle Tier- und Pflanzengruppen in der Agrarlandschaft sind von einem eklatanten Schwund betroffen”, teilte die Präsidentin des Bundesamts, Beate Jessel, in Berlin mit. Die Entwicklung sei „alarmierend”, es brauche dringend eine Kehrtwende in der Agrarpolitik.

Wo sind die Forellen geblieben?

Nur gerade 600 Kilogramm Fische haben die Patent-Angler im vergangenen Jahr aus dem Linthkanal zwischen Walensee und Oberem Zürichsee gezogen. Das ist der geringste Fangertrag seit der Einführung der entsprechenden Statistiken im Jahr 1940, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht der Fischereikommission für Zürichsee, Linthkanal und Walensee hervorgeht. Besonders stark betroffen von dem Rückgang im seit 2013 fertig renaturierten Kanal sind die Forellen (Oncorhynchus mykiss).