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Seeadler sind vom Aussterben bedroht

Gelbe Kralle und ausgebreitete Schwingen: Seeadler (Haliaeetus albicilla) bieten den Besuchern des Feldberger Naturparks in Mecklenburg-Vorpommern einen atemberaubenden Anblick. Dort leben so viele wie nirgendwo sonst in Deutschland. Doch selbst hier drohen ihnen Gefahren. In freier Wildbahn leben in Deutschland derzeit rund 700 Adler-Brutpaare. Die meisten davon in Mecklenburg-Vorpommern.

Henk Tennekes fordert die sofortige Abschaffung der Neonicotinoide

Es ging am Donnerstag (21.9.2017) in Daverden um das Insektensterben und die Forderung nach einer Wende in der Landwirtschaft. Der Kreisimkerverein Verden/Aller hatte den niederländischen Toxikologen Dr. Henk Tennekes mit seinem Vortrag „Die Krise in der Risikobewertung von Pestiziden am Beispiel der Neonicotinoiden“ ins Waldschlößchen eingeladen. Im Anschluss fand eine Podiumsdiskussion in dem vollbesetzten Saal statt, in der auch Landvolk-Vorsitzender Jörn Ehlers Stellung bezog. Seitens der Zuschauer gab es weniger Fragen, sondern Beiträge.

Anwendung von Neonikotinoiden in der Landwirtschaft führt zu einer großflächigen Umweltverschmutzung und einer erheblichen Bedrohung der Biodiversität

— Pestizide aus der Klasse der Neonikotinoide stellen weltweit ernsthafte Bedrohungen für Ökosysteme dar. Dies zeigen neue Informationen, die in einem Update zur weltweit umfassendsten wissenschaftlichen Überprüfung der ökologischen Auswirkungen von systemischen Pestiziden enthalten sind.

Die Schmetterlinge fliegen nicht mehr

Vom sommerlichen Brummen und Summen auf den Wiesen ist nur ein schwaches Echo geblieben. Die Insekten sind verstummt. Umso lauter schlägt der Kirchheimer Vogelkundler Wulf Gatter Alarm. Der Wissenschaftler führt an seiner Beobachtungsstation am Randecker Maar nicht nur Buch über die alljährlich nach Süden fliegenden Vögel, sondern dokumentiert auch seit dem Jahr 1972 den herbstlichen Zug der Schmetterlinge und Schwebfliegen. „Was wir hier am Albrand feststellen, ist eine dramatische Entwicklung“, sagt er.

Die Population des westlichen Monarchfalters in Amerika ist dramatisch geschrumpft

Eine der größten Tierwanderungen könnte womöglich bereits in wenigen Jahren für immer vorbei sein: US-Wissenschafter stellten fest, dass die Population des westlichen Monarchfalters in Amerika dramatisch geschrumpft ist. Setzt sich der Trend fort, könnte es diese Schmetterlingsart zumindest an der Westküste der USA nicht mehr lange geben. Jedes Jahr wandern mehrere Millionen Monarchfalter vom Osten der Vereinigten Staaten in ihr Winterquartier im mexikanischen Hochland.

Insektensterben und die Folgen: Vögel fallen tot vom Himmel, Millionen tote Fische

Auch in Schweden gibt es nun ein mysteriöses Vogelsterben. In der kleinen Stadt Falköping in Südschweden seien rund 50 bis 100 Vogelkadaver auf einer Straße gefunden worden, berichteten lokale Medien. Unterdessen wurden in den USA weitere 500 tote Vögel entdeckt. Man habe die verendeten Tiere nahe der Ortschaft Pointe Coupee im Bundesstaat Louisiana gefunden, berichteten lokale Medien. Die Kadaver seien am Montag auf einer Landstraße gelegen.

Ganze Landstriche in Deutschland sind ohne Feldvögel

Die Landwirtschaft in Deutschland ist hochgradig mechanisiert, der Einsatz von Ackergiften gehört vielerorts zum Alltag. Die meisten Bauern hierzulande stehen unter einem gewaltigen Preis- und Mengendruck. Alles ist auf Effizienz getrimmt, der Schutz der Umwelt zweitrangig. Kehrseite der industriellen Agrarproduktion ist der Verlust von Kulturlandschaften und Artenvielfalt. Kiebitze oder Rebhühner etwa galten noch vor wenigen Jahrzehnten in Deutschland als Allerweltsvögel. Inzwischen sind ihre Bestände dramatisch reduziert.

Dem Braunkehlchen geht's an die Kehle

Für das Rebhuhn (Perdix perdix) kam jede Hilfe zu spät. "Es ist aus dem Erzgebirge verschwunden. Und nun sogar schon sachsenweit bedroht", sagt Matthias Scheffler vom Landschaftspflegeverband Westerzgebirge (LPV) mit Sitz in Lindenau. Der nächsten Vogelart steht ein ähnliches Schicksal bevor: Das Braunkehlchen (Saxicola rubetra) zeigt sich nur noch selten auf hiesigen Fluren. "Bundesweit gehen die Populationen von Wiesen- und Feldvögeln rapide zurück", sagt Scheffler. Und er betont: "Es ist fast zu spät." Aufgeben ist für ihn dennoch keine Option.

Insekten verschwinden – auch in der Schweiz

«Vor rund 30 Jahren musste man die Windschutzscheiben nach jeder Fahrt intensiv putzen», sagt Hans Heule. 40 Jahre lang fuhr er als Lokomotivführer durch die Schweiz. «Damals durchfuhren wir ganze Wolken von Mücken. Die Insekten klatschten auf die Scheibe wie Regen.» Heule ist nicht der einzige mit dieser Erinnerung. Ein Dutzend älterer Lokführer und Autofahrerinnen sagt, die Zahl der zerplatzten Insekten habe stetig abgenommen. Das ist zwar ein Indiz für den Rückgang der Menge der Insekten. Statistisch verlässliche Daten für die Schweiz liegen jedoch nicht vor.

Bestände der Grünfinken halbiert

Wo sind all die Grünfinken (Chloris chloris, Syn.: Carduelis chloris) geblieben? 2012 rangierte der possierliche Singvogel, der als einziger sogar in Thujenhecken nistet, mit 230.000 Brutpaaren noch auf Platz vier der häufigsten Vogelarten. Doch jetzt geht es mit ihm rapide bergab. "Seine Bestände haben sich mehr als halbiert", sagt Susanne Schreiner von BirdLife. Schuld ist der Einzeller "Trichomonas gallinae", der im Kropf schwere Entzündungen auslöst. Zwar hat er es auch auf andere Vogelarten abgesehen. Todbringend ist er aber fast nur für Grünfinken.