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Wenn Blühstreifen kaum blühen

Schmetterlinge sind selten geworden. Auch den leuchtend roten Klatschmohn am Rande eines Ackers findet man kaum noch. Gefühlte Beobachtungen? Oder Realität? Geht es nach Thomas Starkmann von der Biologischen Station des Kreises Steinfurt sind „Ackerränder in der bekannten Form kaum noch sichtbar.“ Die Folgen seien durchaus sichtbar: „Wir beobachten einen großen Rückgang an Insekten. Weiter stellen wir fest, dass Vögel wie die Feldlerche oder der Kiebitz immer mehr Lebensraum verlieren. Das Rebhuhn kann durchaus schon als gefährdet bezeichnet werden.“

Im Wallis nehmen es die Weinbauern mit dem Einsatz von Pestiziden nicht so genau

Ein Bericht der Denkwerkstatt Vision Landwirtschaft legt offen, dass der Einsatz von Chemieduschen von speziellen Helikoptern in den Rebbergen zwar effizient, aber ungenau ist. Die Pestizide würden nicht nur auf den Reben verteilt werden, sondern auch auf Strassen, an Waldrändern und in Bächen. Der Mindestabstand von 20 Metern würde systematisch missachtet werden, heisst es im Bericht. Der «Kassensturz» von gestern hat sich dieses Themas angenommen. Der Reporter der SRF-Sendung begab sich ins Wallis und fand beim Bach Tsatonire in Savièse Spuren von illegalen Gifteinsätzen.

Besorgniserregende Pestizid-Werte in Schweizer Gewässern

Der Gemüse- oder Obstanbau kommt in der Schweiz kaum ohne Pestizid-Einsatz aus. Auch Obstbauer Roland Müller aus dem Kanton Thurgau setzt auf seiner Apfelkultur bei Bedarf Chemie ein. Er setzt die Mittel ganz korrekt ein, so wie es die Vorschriften vorsehen. Warum sich im Eschelisbach, gleich neben seinen Plantagen, trotzdem mehr als 80 Pestizide nachweisen liessen, kann er sich nicht erklären: «Wir bringen die Pestizide nach den Regeln aus, die uns vorgegeben sind. Wir halten die nötigen Abstände ein. Wir halten die Mittelwahl ein.

Fischereiverband kämpft gegen Pestizide

Der Schweizerische Fischereiverband verlangt, dass weniger Pestizide aus der Landwirtschaft in Flüsse und Seen gelangen. Die gesetzlichen Grundlagen seien klar, liess sich SP-Ständerat und Fischerei-Verbands-Zentralpräsident Roberto Zanetti in einer Mitteilung vom Montag zitieren. Es gebe Abstandsvorschriften für den Einsatz von Pestiziden und Herbiziden. Doch trotz Kritik der Fischer unternähmen die Behörden nichts gegen Missbräuche.

Kröten und Frösche in Gefahr: Die Naturschutzwacht zählt immer weniger Amphibien

Die Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) trägt ihren ungewöhnlichen Namen aus gutem Grund. Denn wer der kleinen Kröte schon mal in den Naturschutzgebieten Malchower Aue oder in den Falkenberger Reiselfeldern zu nahe gekommen ist, konnte ihre Abwehrreaktion bewundern. Sie kann sich nicht nur eingraben oder aufblähen, um Feinde abzuschrecken, sondert sie ein Sekret ab, das übel nach Knoblauch riecht. Der Bezirk Lichtenberg bietet viele Verstecke für die Knoblauchkröte. Das gilt auch für die Wechselkröte (Bufotes viridis, Syn.: Bufo viridis, gelegentlich Pseudepidalea viridis).

EU-Agrarpolitik nicht mehr zeitgemäß und ineffizient

Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) ist nicht zeitgemäß und hochgradig ineffizient. Das geht aus einer wissenschaftlichen Überprüfung der GAP hervor, die der NABU und seine europäischen Partnerverbände BirdLife und EEB in Auftrag gegeben haben. Erste Ergebnisse stellten die Autoren in Brüssel vor. Im Mittelpunkt steht dabei das enorme Missverhältnis von Aufwand und Wirkung der Agrarpolitik.

In der Schweiz soll sich der Bund für eine Reduktion von Pestiziden einsetzen

Dies zeigt eine repräsentative Umfrage des Forschungsinstituts gfs-zürich im Auftrag der Umweltverbände. Jetzt fordern BirdLife Schweiz, Greenpeace, Pro Natura und WWF vom Bundesrat ein entschlosseneres Vorgehen und mehr Ressourcen. Bei der Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstituts gfs-zürich haben sich zwei von drei Befragten (65%) dafür ausgesprochen, dass der Bund für eine Reduktion des Pestizideinsatzes in der Schweizer Landwirtschaft sorgen soll.

Alarmierender Rückgang von europäischen Süßwasserfischen, Weichtieren und Pflanzen

Die Europäische Rote Liste ist eine regelmäßige periodische Bewertung des Erhaltungszustands von etwa 6 000 Arten. Sie legt fest, ob diese Arten in Europa durch Aussterben bedroht sind, so dass Erhaltungsmaßnahmen ergriffen werden können, um diesen Trend umzukehren. Vorwiegend von der Europäischen Kommission finanziert, ist diese Liste Teil der Roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN). Die jüngste Untersuchung der in Europa heimischen Fauna und Flora hat ergeben, dass ein großer Anteil Weichtiere, Süßwasserfische und Gefäßpflanzen als gefährdet einzustufen ist.

Käfer- und Pflanzenarten stehen stark unter Druck in der Schweiz

Das Bundesamt für Umwelt hat erstmals eine Rote Liste zu vier Familien der einheimischen holzbewohnenden Käferarten der Schweiz erstellt. Sie lässt aufhorchen: Fast die Hälfte dieser Käferarten ist gefährdet. Gleichzeitig zeigt die revidierte Rote Liste der Blütenpflanzen, Farne, Bärlappe und Schachtelhalme, dass es diesen Pflanzen nicht viel besser geht: Bald ein Drittel dieser Gefässpflanzenarten ist gefährdet. Seit ihrer letzten Evaluation 2002 hat sich ihr Zustand gar verschlechtert.

Käfer sind unverzichtbar für unsere Natur, doch sie werden immer weniger

Käfer sind der Unterboden unserer Umwelt. Es gibt sie überall und unzählig. Doch seit einigen Jahren beobachten Forscherinnen und Forscher ein dramatisches Insektensterben. Davon sind auch die Käfer betroffen. Für Käfer ist die industrialisierte Landwirtschaft ein Problem. Käfer gibt es überall, außer auf der Antarktis. Das macht sie mit zu den erfolgreichsten Tieren auf diesem Planeten.