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Es gibt kaum mehr Kröten im Landkreis Erlangen-Höchstadt im Bundesland Bayern

Josef Röhrle ist entsetzt. "Der Rückgang der Amphibien im Seebachgrund ist im Vergleich zum Vorjahr dramatisch", schildert der 70-Jährige aus Untermembach, der beim Bund Naturschutz aktiv ist und im Frühjahr mit weiteren Helfern am Amphibienübergang Großenseebach-Untermembach Kröten und Frösche über die Straße trägt. Diese Beobachtung hätten auch andere BN-Helfer gemacht, sagt Röhrle. In der ganzen Region seien viel weniger Amphibien gezählt worden wie noch im vergangenen Jahr.

Die Kröten verschwinden leise

.„Was liegt denn da auf der Straße?“ Diese Frage stellte sich Gaby Weiß vor über zehn Jahren, als sie im Frühling mit dem Auto durch den Jägersburger Wald fuhr. Sie hielt an, stieg aus und schaute sich um. „Überall lagen verendete Tiere. Vielen waren die Innereien aus den Mäulern gequollen“, berichtet Gaby Weiß. Diese Bilder hat sie immer noch vor Augen.

Bayerns Frösche und Kröten vom Aussterben bedroht

Die Zahlen sind alarmierend: 40 bis 60 Prozent weniger Amphibien als sonst haben Helfer des Bund Naturschutz bei der diesjährigen Krötenwanderung gezählt. Warum sind es auf einmal nur so wenige? "Es könnte für Bayerns Amphibien bereits fünf vor zwölf sein", warnt Kai Frobel vom Bund Naturschutz in Bayern. Die Zahl der Frösche, Kröten und anderer Amphibien ist in diesem Jahr gravierend eingebrochen. In den elf bislang ausgewerteten Städten und Kreisen sind es 40 bis 60 Prozent weniger als sonst. In den Landkreisen Rosenheim und Straubing-Bogen teilweise sogar 90 Prozent.

Ersetzung von Druckreys Dosis-Zeit-Wirkungsgesetz durch den flexibleren Acceptable Daily Intake

In den 1950er Jahren vertrat die Farbstoffkommission der DFG unter der Leitung des Biochemikers Adolf Butenandt und des Pharmakologen Hermann Druckrey eine Politik der Risikovermeidung in Bezug auf Lebensmittelzusatzstoffe. Sie rekapitulierte damit einen Diskurs über „Gift in der Nahrung“ und eine zivilisationskritische Deutung eines inneren Zusammenhangs zwischen Fremdstoffen und Krebsentstehung, der bereits zu Beginn der 1930er Jahre ausformuliert worden war.

DAS DESASTER NIMMT SEINEN LAUF – UND NIEMAND HÄLT ES AUF

Der niederländische Toxikologe Henk Tennekes behauptet, dass die Neonikotinoide generell verantwortlich sind für eine Verschärfung des Überlebenskampfes auf Feld und Wiese. „Vor unseren Augen“,sagt Tennekes, „findet der ökologische Kollaps statt“, einer, der womöglich das durch das Insektizid DDT einst verursachte Vogelsterben übertrifft. Folgen, wie Tennekes sie nicht nur für Feld-, sondern auch für Wasservögel beschreibt: Die Insektizide töten oder schwächen Insekten und rauben Vögeln die Nahrung.

Die Feldlerche ist im Sturzflug

Die Feldlerche (Alauda arvensis) galt unseren Vorfahren noch als Frühlingsbote. Ihr Gesang vom frühen Morgen bis zum Sonnenuntergang war früher allen Menschen vertraut. Heute kennt sie jedoch außer den Vogelliebhabern fast niemand mehr. 2019 wurde die Feldlerche deshalb zum Vogel des Jahres gewählt. Vor 20 Jahren wurde schon einmal versucht, den Rückgang der Feldlerche mit dieser Wahl in das Bewusstsein der Bevölkerung und der Umwelt- und Naturschutzpolitik zu rücken. Offenbar blieb dies aber vergebens.

Insektensterben: Abnehmende Bestände bei 45 Prozent der Arten

Das Insektensterben hat in Deutschland mittlerweile 45 Prozent der Arten erfasst. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten. Demnach habe der Bestand von 3.086 in der Roten Liste erfassten Insektenarten in den vergangenen 50 bis 150 Jahren abgenommen.