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In Deutschland verschwinden die Schmetterlinge

Verschwinden in Deutschland die Schmetterlinge? Um diese Frage zu beantworten, wurde im Auftrag der Deutschen Wildtier Stiftung ein sogenannter Statusbericht erstellt. Demnach haben Vorkommen und Häufigkeit der Schmetterlinge in den vergangenen Jahrzehnten stark abgenommen. Außerdem gebe es Hinweise, dass die Häufigkeit nachtaktiver Schmetterlinge „um die Hälfte“ und die Anzahl der Arten um „mehr als die Hälfte“ zurückgegangen ist. Bei den Tagfaltern sei seit Mitte der 70er-Jahre die Zahl der Wiesenarten um 73 Prozent zurückgegangen.

Main-Taunus-Kreis ist Hochburg sterbender Vögel

Bei uns im Vorgarten liegt eine tote Eule“, wandte sich vor ein paar Tagen ein Anwohner der Wilhelm-Dienst-Straße in Flörsheim an Bernd Zürn vom BUND. Der war sich ziemlich sicher: Das tote Tier war eine Waldohreule (Asio otus). Als Todesursache vermutet Zürn eine klaffende frische Wunde neben dem Schnabel. Das Tier lag unter einem hohen und sehr dicht beasteten Nadelbaum, den die Eulen gern als Schlafplatz nutzen. Die ungewöhnlich große Menge an Gewölle, den ausgewürgten Speiseresten, die unter dem Baum lag, überraschte sogar Bernd Zürn.

So dramatisch steht es um unsere Vögel an Rhein und Ruhr

Anfang dieser Woche hat Holger Sticht eine kleine Exkursion in die Wahner Heide unternommen. Dort ist Sticht häufiger unterwegs, denn der 45-Jährige ist Landesvorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) im Land und Hobby-Ornithologe. Einen alten Bekannten aber, den er in der Vergangenheit in dem zweitgrößten und artenreichsten Naturschutzgebiet Nordrhein-Westfalens, das nahe Köln gelegen ist, hat er diesmal weder gehört noch gesehen: den Waldlaubsänger (Phylloscopus sibilatrix).

Insektizide: Sterben die Hummeln hierzulande demnächst aus?

Die Bestände an Hummeln brechen dramatisch ein. Schuld daran sind wie auch beim Bienensterben Neonicotinoide, Insektenvernichtungsmittel. Diese wirken auf die Nervenzellen der Hummeln und sorgen dafür, dass diese weniger Eier legen. Ein Experiment ergab jetzt: Neonicotinoide verringern die Zahl eierlegender Hummelköniginnen um ein Viertel. Das kann zum Kollaps der Hummelpopulationen führen. Britische Forscher schätzten in „Nature Ecology & Evolution“ das Risiko der Hummeln auszusterben auf 28 %.

Die Insekten sterben lautlos

Dass die Insekten auf dem Rückzug sind, ist vielen Menschen nicht bewusst. Eine Ausnahme bilden die Bienen. Ihr Niedergang ist bereits länger bekannt, was unter anderem daran liegt, dass sie als fleissige und nützliche Tiere gelten. Der Rest ist meistens nur lästig. Erst langsam spricht sich herum, dass auch Falter, Fliegen und Wespen bedroht sind.

Die Fischer schlagen Alarm: Zu wenig Fang haben sie dieses Jahr aus dem Zürichsee ziehen können

Um den Fischfang im Zürichsee steht es schlecht. Nebst den Fischern sind davon insbesondere die Restaurants betroffen, die auf den täglich frischen Fisch angewiesen sind. Gegenüber der «Zürichsee-Zeitung» sagten die Besitzer des Restaurants «Bad am See» in Schmerikon, dass sie besonders auf die Felchenfänge angewiesen seien, da ihre Speisekarte auf diesen Fisch ausgerichtet sei. Dieser Bestand habe schon immer geschwankt, aber so schwierig wie dieses Jahr sei es noch nie gewesen. Der Berufsfischer Adrian Gerny schätzt die Lage ebenfalls als dramatisch ein.

Es gibt immer weniger Wiesenschmetterlinge

Schachbrett, Großes Ochsenauge, Kleiner Kohlweißling und andere Tagfalter wurden bei einer Exkursion auf dem Galgenberg von Villmar entdeckt. Für die Teilnehmer, allesamt schmetterlingsbegeisterte Naturfreunde, wurde bei dieser Exkursion, zu der die Fördergemeinschaft für den Natur- und Vogelschutz unter dem Motto „Was fliegt denn da“ auf dem Galgenberg eingeladen hatte, ein lange festgestellter Trend schmerzhaft bestätigt: Der Rückgang an Wiesenschmetterlingen ist kaum mehr aufzuhalten. Lediglich acht Falterarten konnten bei gutem Schmetterlingswetter erfasst werden.

Blattkäfer: Pestizide beeinträchtigen Fortpflanzung

Die Zahl der Insekten in Deutschland geht stark zurück – allein in Nordrhein-Westfalen innerhalb eines Vierteljahrhunderts um drei Viertel. Laut Bundesumweltministerium ist der Insekten-Bestand in Teilen Deutschlands seit 1982 um bis zu 80% gesunken. Welche Rolle Pestizide dabei spielen und wie schon geringe Spuren Käfer langfristig schädigen, zeigen Biologinnen und Biologen der Universität Bielefeld in einer neuen Studie. Ein Ergebnis: Blattkäfer legen etwa 35% weniger Eier, wenn sie mit einem häufig eingesetzten Pestizid – einem Pyrethroid – in Berührung kommen.

Hessen sorgt sich jetzt um Feldhamster und Braunkehlchen

Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) schlägt Alarm: Der Artenrückgang ist dramatisch; beim Feldhamster (Cricetus cricetus) verhungert jeder zweite Wurf, auch das Braunkehlchen (Saxicola rubetra) verliert regelmäßig seine Brut und geht im Bestand weiter zurück. Um dem negativen Trend entgegenzuwirken, will das Land jetzt neue Wege im Naturschutz gehen.

Millionen mit Insektizid belastete Eier zurückgerufen

Hunderttausende mit einem Insektizid belastete Eier können in den deutschen Handel gekommen sein. Die niederländischen Behörden haben mehrere Millionen mit einem Insektizid belastete Eier aus Supermärkten zurückrufen lassen, diese Eier wurden auch nach Deutschland exportiert. Sie enthalten eine zu hohe Dosis des Läusebekämpfungsmittels Fipronil, der Verzehr der Eier könne daher gesundheitsschädlich sein, warnte die holländische Lebensmittelaufsichtsbehörde.