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Feldvögel sterben aus

Schon 20 Feldvogelarten, darunter Braunkehlchen, Rebhuhn, Kiebitz oder Uferschnepf, sind rund um Kassel nicht mehr zu sehen, da diese Arten bereits ausgestorben sind. „Und um den Neuntöter ist es auch schon schlecht bestellt, ebenso um die Feldlerche, den Vogel des Jahres 2019“, sagen Manfred Henkel und Martin Lange vom Nabu Kaufungen-Lohfelden. Im Landkreis sei ihr Bestand dramatisch gesunken. Die beiden Naturschützer läuten Alarm. Nachdem vor rund einem Jahr das Insektensterben in den Medien ein großes Thema war, sind es nun die Feldvögel.

Das Leiden der Fische

Die offiziellen Zahlen der Schweizer Fischfang-Statistik sind beunruhigend: Die Fänge in Fliessgewässern (Flüsse und Bäche, ohne Seen) sind seit dem Jahr 2000 um ein Drittel zurückgegangen. Eine grosse Rolle im Zusammenhang mit dem rückläufigen Fischbestand könnten Pestizide aus der Landwirtschaft spielen. Eine Studie des deutschen Helmholz-Zentrums zeigt: Wirkstoffe wie etwa das Insektizid Thiacloprid wirken bereits in geringsten Mengen und bringen Wasserlebewesen zum Verschwinden. Und damit eine wichtige Nahrungsquelle für die Fische.

Landwirtschaft beeinträchtigt Kleinwasserlebewesen mehr als Abwässer

Kommunale Kläranlagen und die Landwirtschaft gehören zu den Hauptquellen von Verunreinigungen in Flüssen und Bächen und beeinträchtigen die aquatischen Lebensgemeinschaften. Über die Kläranlagen gelangen etwa Medikamentenrückstände, Nährstoffe, Biozide, resistente Bakterien und Schwermetalle in die Gewässer. Die Landwirtschaft ihrerseits ist vor allem verantwortlich für den Eintrag von Pflanzenschutzmitteln, Feinsedimenten und Nährstoffen. Allerdings war über den relativen Einfluss beider Quellen bisher nur wenig bekannt.

Für die Braunkehlchen ist es zwei vor Zwölf

Das Braunkehlchen (Saxicola rubetra) ist ein kleiner Singvogel, knapp so groß wie die allbekannte Kohlmeise. Es bewohnt Hochstaudenflure und feuchtes Grasland mit erhöhten Ansitzwarten. In Sachsen lebten Ende der 1990er Jahre noch etwa 4 000 Braunkehlchen-Brutpaare, aber schon sieben Jahre später hatte sich deren Bestand fast halbiert. Heute ist die Art großflächig verschwunden. Geringe Restvorkommen in Sachsen zeigen auch schon deutliche Inzuchtdepressionen, unteranderem verkrüppelte Füße.

Es gibt kaum mehr Kröten im Landkreis Erlangen-Höchstadt im Bundesland Bayern

Josef Röhrle ist entsetzt. "Der Rückgang der Amphibien im Seebachgrund ist im Vergleich zum Vorjahr dramatisch", schildert der 70-Jährige aus Untermembach, der beim Bund Naturschutz aktiv ist und im Frühjahr mit weiteren Helfern am Amphibienübergang Großenseebach-Untermembach Kröten und Frösche über die Straße trägt. Diese Beobachtung hätten auch andere BN-Helfer gemacht, sagt Röhrle. In der ganzen Region seien viel weniger Amphibien gezählt worden wie noch im vergangenen Jahr.

Die Kröten verschwinden leise

.„Was liegt denn da auf der Straße?“ Diese Frage stellte sich Gaby Weiß vor über zehn Jahren, als sie im Frühling mit dem Auto durch den Jägersburger Wald fuhr. Sie hielt an, stieg aus und schaute sich um. „Überall lagen verendete Tiere. Vielen waren die Innereien aus den Mäulern gequollen“, berichtet Gaby Weiß. Diese Bilder hat sie immer noch vor Augen.

Bayerns Frösche und Kröten vom Aussterben bedroht

Die Zahlen sind alarmierend: 40 bis 60 Prozent weniger Amphibien als sonst haben Helfer des Bund Naturschutz bei der diesjährigen Krötenwanderung gezählt. Warum sind es auf einmal nur so wenige? "Es könnte für Bayerns Amphibien bereits fünf vor zwölf sein", warnt Kai Frobel vom Bund Naturschutz in Bayern. Die Zahl der Frösche, Kröten und anderer Amphibien ist in diesem Jahr gravierend eingebrochen. In den elf bislang ausgewerteten Städten und Kreisen sind es 40 bis 60 Prozent weniger als sonst. In den Landkreisen Rosenheim und Straubing-Bogen teilweise sogar 90 Prozent.

Ersetzung von Druckreys Dosis-Zeit-Wirkungsgesetz durch den flexibleren Acceptable Daily Intake

In den 1950er Jahren vertrat die Farbstoffkommission der DFG unter der Leitung des Biochemikers Adolf Butenandt und des Pharmakologen Hermann Druckrey eine Politik der Risikovermeidung in Bezug auf Lebensmittelzusatzstoffe. Sie rekapitulierte damit einen Diskurs über „Gift in der Nahrung“ und eine zivilisationskritische Deutung eines inneren Zusammenhangs zwischen Fremdstoffen und Krebsentstehung, der bereits zu Beginn der 1930er Jahre ausformuliert worden war.