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Insektensterben und industrielle Landwirtschaft nehmen Igel die Lebensgrundlage

Igel stehen in der Neuauflage der Roten Liste für Bayerns Säugetiere erstmals auf der Vorwarnliste. Sie könnten bald zur bedrohten Tierart werden. Eine Zählaktion des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) zeigt: In Ostbayern geht die Zahl der Igelmeldungen zurück. Laut Experten nehmen das Insektensterben und die industrielle Landwirtschaft den Tieren die Nahrungsgrundlage und den Lebensraum.

NABU und Bioland fordern eine Neuausrichtung der Europäischen Agrarpolitik (GAP)

Im Rahmen der Internationalen Grünen Woche forderten Deutschlands größter Naturschutzverband NABU und Deutschlands größter ökologischer Anbauverband Bioland am heutigen Donnerstag gemeinsam eine Neuausrichtung der Europäischen Agrarpolitik (GAP). „Verbraucher, Landwirte und die Umwelt brauchen einen Umbau der EU-Agrarförderung. Eine Politik des Weiter-So darf es nicht geben“, waren sich NABU-Präsident Olaf Tschimpke und Bioland-Präsident Jan Plagge einig.

Der Spatz wird im Kreis Uelzen seltener

Während im Rahmen der Stunde der Wintervögel des NABU in Niedersachsen mehr Vögel als im Vorjahr gezählt wurden, ist das Ergebnis im Landkreis Uelzen nicht ganz so rosig. „Wir haben bei drei der fünf bisher am häufigsten gezählten Vogelarten Rückgänge zu verzeichnen“, berichtet der NABU-Kreisvorsitzende Karl-Heinz Köhler. So sind die Zahlen beim Haussperling Passer domesticus– gemeinhin als Spatz bekannt – im Vergleich zu 2017 rückläufig. 2018 wurden noch 1014 Haussperlinge gezählt – ein Rückgang von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Der Star, ein Vogel in Schwierigkeiten

Die Zeiten, in denen man im Herbst Tausende Stare (Sturnus vulgaris) in großen Wolken fliegen sah, scheinen vorbei. Eine Stunde vor Sonnenuntergang sammeln sich die Stare an ihrem Schlafplatz, am liebsten in der Nähe von Schilf, und fliegen rasant durch die Lüfte. Mit ihren Flugmanövern zeigen sie, dass sie mehrere Formationen und „Gestalten“ am abendlichen Himmel mühelos beherrschen. Der Beobachter staunt, dass sie nicht versehentlich zusammenstoßen. In ganz Deutschland sind in den vergangenen zwei Jahren circa eine Million Brutpaare verlorengegangen.

Nordsachsen: Der Rotmilan im Sinkflug

Im Herbst zieht er in den Süden und überwintert in Spanien, in Südfrankreich und Portugal. Wenn er wieder in hiesigen Gefilden ist, bietet der rostrote, im Flug spielerisch wirkende Greifvogel mit den schwarzen und weißen Federn auf der Unterseite und dem weißen Kopf mit seiner unverwechselbaren Silhouette einen beeindruckenden Anblick. Dann, von Mitte März bis Ende Juli, ist Peter Solluntsch häufig auf Muldewiesen rund um Eilenburg, Püchau, Zschepplin, Bad Düben und anderen Ecken unterwegs, beobachtet den majestätisch schwebenden Greifvogel, erfasst die Brutbestände.

Schwalben verschwinden

Jahrhundertelang waren Schwalben ganz selbstverständliche Mitbewohner - nicht nur in den Dörfern auf Bauernhöfen, sondern auch in den Städten. Heute finden diese Vögel immer seltener geeignete Nistmöglichkeiten, und auch das Nahrungsangebot wird knapp. Sowohl Rauchschwalbe (Hirundo rustica) als auch Mehlschwalbe (Delichon urbicum) stehen in Baden-Württemberg mittlerweile auf der Roten Liste, ihre Bestände sinken. Die Rauchschwalbe gilt im ganzen Ländle bereits als gefährdet - die Bestände haben in den letzten 25 Jahren um mehr als die Hälfte abgenommen.

Der Schwalbenbestand in der Region Friedrichshafen hat sich innerhalb von 13 Jahren um rund die Hälfte verringert

Die Mehlschwalbe (Delichon urbicum) ist die in der Region Friedrichshafen am häufigsten vorkommende Schwalbenart, trotzdem geht der Bestand seit 1980 kontinuierlich zurück, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Eine Mehlschwalbenkartierung in Friedrichshafen im Sommer 2017 hat den drastischen Rückgang aufgezeichnet.

Die Zahl der weltweit bedrohten Tier- und Pflanzenarten hat dieses Jahr einen neuen Rekordstand erreicht

Mit rund 25'800 bedrohten Tier- und Pflanzenarten sei im zu Ende gehenden Jahr ein neuer dramatischer Höchststand erreicht worden. Ein Jahr zuvor waren es noch 24'000 bedrohte Arten. "Wir Menschen verursachen das grösste Artensterben seit Ende der Dinosaurier", resümierte Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland. Auch in der Schweiz gingen die Bestände einiger Arten merklich zurück. Mehr als 40 Prozent der Insektenarten in der Schweiz gälten als bedroht, darunter Bienen und Schmetterlinge, sagte WWF-Sprecherin Perrette Rey in Lausanne auf Anfrage.

Pilzseuche jetzt auch bei Schlangen

Nach den Amphibien jetzt die Reptilien: Jetzt haben Frank Burbrink vom American Museum of Natural History in New York und seine Kollegen eine weitere Pilzseuche entdeckt – und eine weitere gefährdete Tiergruppe: die Schlangen. Im Osten der USA sind bereits 23 Schlangenarten befallen, darunter drei Arten, die in Europa vorkommen. Das Bedrohliche daran: Der Erregerpilz scheint weder auf bestimmte Schlangengruppen noch auf spezielle Lebensräume oder Lebensweisen spezialisiert zu sein.