Deutsch

Deutsch

Dramatischer Rückgang bei Amphibien im Salzburgerland

Vor wenigen Wochen erst sorgte eine Untersuchung über das Insektensterben in Deutschland auch über die Wissenschaftsseiten hinaus für einige Aufregung. Wenn es aber weniger Insekten gibt, dann müssen auch ihre Fressfeinde darunter leiden. Und genau das bestätigt nun eine Studie der Salzburger Herpetologen Martin Kyek, Peter Kaufmann und Robert Lindner (Haus der Natur in Salzburg).

Die Waldameisen verschwinden in der Schweiz

Die Waldameisen stehen unter Druck: «In den vergangenen 40 Jahren dürfte die Zahl der Ameisenhaufen in Rheinfelden und Umgebung um rund 60 bis 80 Prozent zurückgegangen sein», erklärt Urs Jost. Der 70-jährige Rheinfelder ist durch einen Dokumentarfilm auf die kleinen Krabbler und ihre grossen Probleme aufmerksam geworden. Bereits 1976 hatte der WWF vor einem «alarmierenden Rückgang der Waldameisen» gewarnt. Seither hat sich die Lage noch verschlechtert.

Das Schweigen der Hummeln

Getreide, Kartoffeln, Tomaten – viele Nutzpflanzen sind, nicht nur für einen hohen Ertrag, auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Dass Pestizide das Bestäubungsverhalten von Hummeln beeinträchtigen, haben Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der University of Stirling herausgefunden. Ihre Ergebnisse stellen sie in der Fachzeitschrift Scientific Reports vor.

Wo die Libellen schwirren, ist die Welt in Ordnung

Biologin Sandra Bischoff vom Nabu Oldenburg beschäftigt sich seit fast zehn Jahren mit Libellen und anderen Insekten. Am Dienstag, 14. November, will sie mit ihrem Vortrag „Libellen vor der Haustür“ im Huder Rathaus den Zuhörern diese besonderen Insekten näher bringen. Das Insektensterben ist derzeit in aller Munde. Auch die Libellen sind stark gefährdet. Von den 81 Arten stehen laut Bischoff bereits 42 auf der Roten Liste. In unserer Region sind 76 Arten aus neun Familien anzutreffen. Die einen fallen auf, weil sie sehr groß sind, andere sieht man kaum.

Blühstreifen an Äckern, die mit Neonicotinoiden behandelt werden, sind tödlich für die Insekten

Seit über einem Jahr machen der BUND und die Umweltbewegung auf das massive Insektensterben und das damit verbundene Vogelsterben aufmerksam. Zwischenzeitlich ist das bedrohliche Thema endlich auch in den Medien und der Öffentlichkeit angekommen. Studien zeigen: "Die Biomasse der Insekten ist in Teilen Deutschlands in den vergangenen 27 Jahren um durchschnittlich 76 Prozent zurückgegangen." In der erfreulich breiten Debatte wird allerdings ein wichtiger Aspekt, die unerkannte neue Dimension des Insektensterbens, häufig übersehen.

Naturschutzbund (NABU)-Gruppen Buchholz, Hanstedt-Salzhausen und Winsen (Luhe) laden zu einem Vortrag von Henk Tennekes ein

Die Naturschutzbund (NABU)-Gruppen Buchholz, Hanstedt-Salzhausen und Winsen (Luhe) laden alle Interessierten und Betroffenen zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion ein, zu einem Thema, das uns alle angeht. Ganze Landstriche ohne bestäubende Insekten – in China ist das schon heute Wirklichkeit. Dort müssen Pflanzen von Hand bestäubt werden. In wenigen Jahren könnte es auch in Deutschland so weit sein, der Bestand von Wildbienen und anderen Insekten ist bereits drastisch gesunken, warnen Wissenschaftler.

Radboud Universität wertete Daten aus, die seit 1989 vom Entomologischen Verein Krefeld auf dem Grundstück von Paul Nothers gesammelt worden waren

Die Insekten-Population ist in den vergangenen 27 Jahren um knapp 80 Prozent zurückgegangen. Paul Nothers, diplomierter Landwirt, passionierter Jäger und Bundesverdienstkreuzträger, hat schon vor drei Jahren lautstark vor dem Insektensterben und den Folgen für ganze Ökosysteme durch den Einsatz von Herbiziden und Pestiziden, allen voran Neonikotinoide und Glyphosat, gewarnt. Seit vielen Jahren beobachtet der 84-jährige Orbroicher mit großer Sorge die Abnahme der Insekten.

Die Insekten stehen am Anfang der Nahrungskette. Wenn sie verschwinden, verschwinden wir auch.

Der Entomologische Verein Krefeld, der seit 1905 Insekten erforscht, hat festgestellt, dass in den letzten 20 Jahren 80% unserer Fluginsekten verschwunden sind: http://80.153.81.79/~publ/mitt-evk-2013-1.pdf . Mit in 2 Malaise-Fallen gefangenen Insekten wurden dieser Verlust in einem Naturschutzgebiet ermittelt. Nicht nur eine industrialisierte Landwirtschaft und die damit verbundene Vernichtung der Lebensräume von Insekten sind dafür ursächlich.

Die Umweltverschmutzung mit Neonikotinoiden ist ein nahezu perfektes Drehbuch für die Ausrottung der Insekten

Ich habe mich vor 7 Jahren bereits ausgesprochen für ein Verbot der Neonikotinoide. Es handelt sich um Summationsgifte ohne Schwellenwert, die ganze Landstriche verunreinigen und ausserdem nur langsam abgebaut werden. Es ist ein nahezu perfektes Drehbuch für die Ausrottung der Insekten. Das bedeutet auch, dass bei einem Verbot der Neonikotinoide das Insektensterben nicht sofort aufhören wird, da es Jahre brauchen wird bis diese Substanzen aus der Umwelt entfernt sind. Wir haben deshalb auch nicht mehr viel Zeit das Blatt zu wenden.

Viele Igel sind unterernährt

460 Igel überwinterten im Vorjahr bei Gabriele Reisinger in St. Lorenz am Mondsee. Die pensionierte Volksschullehrerin und Vereinsvorsitzende der „Igelhilfe Österreich“ hat bei sich zuhause eine Station für die Stachelhäuter eingerichtet. Dort betreut sie Findlinge, die in der Natur keine Chance haben. Sie peppt sie auf, pflegt sie gesund, bringt sie sicher über den Winter, um sie im Frühjahr wieder in die Natur auszusetzen. 180 Boxen stehen in ihrer Garage zum Überwintern bereit, im Haus drei Zimmer. Bis zu 600 Futterschüsseln wäscht Reisinger in Hochphasen. Täglich. Und ehrenamtlich.