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Droht uns ein Stummer Frühling?

In einer mit über 200 Zuhörerinnen und Zuhörern besuchten Veranstaltung des Kreisimkerverbandes Leer am 22.03.2017 verdeutlichte der bekannte niederländische Toxikologe, Dr. Henk Tennekes, die Brisanz der sogenannten Neonicotinoiden am Beispiel des Wirkstoffes „Imidacloprid.“ Der BAYER-Konzern hatte das Agrogift mit diesem Wirkstoff vor über 20 Jahren auf den Markt gebracht.

EU-Kommission erwägt Verbot von Neonicotinoiden

Die Europäische Kommission überlegt ein Verbot für neonicotinoide Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln in der EU einzuführen. Das berichtet die britische Zeitung Guardian mit Verweis auf vertraulich eingestufte EU-Dokumente, die ihr zugespielt worden seien. Danach sollen die drei neonicotinoiden Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam betroffen sein.

Dr. Henk Tennekes sprach auf Einladung des Kreisimkerverbandes-Leer über Gifteinsatz

Auf großes Interesse stieß am Mittwoch der Vortrag von Dr. Henk Tennekes, (Experimental Toxicology Services Nederland), zum Einsatz von Pestiziden. Im Saal der Gaststätte „Meta“ in Hesel mussten zusätzliche Stühle aufgestellt werden, damit jeder der rund 200 Besucher einen Sitzplatz erhielt. Die Vorsitzende des Kreis-Imkerverbandes, Almuth Janßen aus Hesel, war als Veranstalterin „schlicht erschlagen von der großen Resonanz“, wie sie sagte. Tennekes stellte seine in jahrelanger Forschung ermittelten Untersuchungsergebnisse in wissenschaftlicher Form mit vielen Daten und Tabellen dar.

GLOBAL 2000 Report "Gekaufte Wissenschaft"

Monsanto und andere Glyphosat-Hersteller scheinen wissenschaftliche Beweise über die gesundheitlichen Auswirkungen von Glyphosat in ein anderes Licht gerückt zu haben, um die umstrittene Substanz weiter auf dem Markt zu halten, so ein neuer Bericht, den die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 heute veröffentlicht - mit Unterstützung von Avaaz, BUND, Campact, CEO, GMWatch, Pesticide Action Network (PAN) Europa, PAN Deutschland und Umweltinstitut München.

Berufsfischer fangen weniger Felchen

Mit rund 135 Tonnen Fisch haben die Berufsfischer am Untersee und Rhein im Jahr 2016 rund 4,5 Tonnen weniger gefangen als 2015. Der Rückgang beim Gesamtfang gegenüber dem Vorjahr liege vor allem am Einbruch bei den Felchenfängen, erklärte Werner Keller, der zweite Vorsitzende des Fischereivereins Untersee und Rhein, bei der Hauptversammlung im Hotel-Restaurant Mohren auf der Insel Reichenau. Vom sogenannten Brotfisch, der zwei Drittel des Gesamtfangs ausmacht, wurden 2015 knapp 100 Tonnen gefangen, im Jahr 2016 aber nur rund 88 200 Kilo – ein Rückgang von über elf Prozent.

Saatgutbeize beeinträchtigt die Bodenorganismen

Derzeit bringen die Landwirte die Saat des Sommerweizens auf den Feldern aus, im Mai folgt dann die nächste größere Aussaat, jener von Mais. Und in beiden Fällen ist – meist prophylaktisch – großteils die Beimischung von Pestiziden zum Saatgut üblich. An der Boku Wien wurden nun die Folgen für die landwirtschaftlichen Böden unter die Lupe genommen – und das mit der ernüchternden Feststellung: Die Saatgutbeizung trägt nicht nur zum Bienensterben bei, auch die Bodenorganismen werden beeinträchtigt. Das belegen zwei voneinander unabhängig eingeleitete Studien.

Vogelschützer registrierten drastischen Rückgang der Schwalben

Die Rauchschwalben sind erfahrungsgemäß die Ersten, die sich im Rhein-Main-Gebiete zeigen: Ende März, Anfang April sind die Schnellsten zurück aus den Winterquartieren. Bis in den Mai hinein dauert es, dann sind alle Tiere der verschiedenen Schwalbenarten hier, um zu brüten. Genau beäugt werden sie dabei von Helfern des NABU, denn die Vögel sind gefährdet. Der Bestand in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren drastisch verschlechtert: In der aktuellen Roten Liste der Brutvögel wurden die Mehl- und Rauchschwalben von der Vorwarnliste in die Kategorie 3 („Gefährdet“) heraufgestuft.

Neonikotinoide sind mitschuldig am Verschwinden der Feldvögel

Neue wissenschaftliche Studien zeigen, dass Pestizide aus der Gruppe der Neonikotinoide nicht nur Honigbienen, sondern auch Wildbienen und Schmetterlinge gefährden. Neonikotinoide sind auch für das Vogelsterben in der europäischen industriellen Agrarlandschaft verantwortlich. Sie rauben den Singvögeln ihre Nahrung, die Insekten. Die Vögel verschwinden aus der Landschaft oder sie brüten nicht erfolgreich. Der holländische Toxikologe Dr. Henk Tennekes erkannte schon 2010 die Gefahr. Er veröffentlichte seine Forschungen in den Buch: "Desaster in the Making".

Jede vierte Schmetterlingsart in NRW ist vom Aussterben bedroht

Den Schmetterlingen in NRW geht es schlecht. "Von den 129 Tagfalterarten in NRW sind bereits 33 ausgestorben, weitere 56 Arten sind unterschiedlich stark gefährdet", sagte der Landesvorsitzende der Umweltschutzorganisation BUND, Holger Sticht, am Mittwoch (15.03.2017). "Die Hauptursachen liegen in der industriellen Landwirtschaft. Pestizide, Überdüngung und die intensive Bodenbearbeitung vernichten die Lebensgrundlagen der Schmetterlinge", so Sticht.

Die Behandlung von Saatgut mit Pestiziden beeinträchtigt Bodenorganismen

Die Behandlung von Saatgut mit Pestiziden beeinträchtigt nicht nur Bienen und andere Bestäuber, sondern auch Bodenorganismen. Wie Wiener Forscher in zwei Studien zeigen, nimmt dadurch die Abbautätigkeit im Boden ab, die Aktivität von Regenwürmern geht zurück. Verstärkt werden diese negativen Folgen der Saatgut-Beizung durch Behandlung mit einem Glyphosat-Herbizid, so die Forscher in den Fachjournalen "BMC Ecology" und "Frontiers in Plant Science".